AIDS und Cannabis

28. Dezember 2012 | Von | Kategorie: Drogengebrauch

Cannabis, auch Hanf genannt, ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Hanfgewächse zählt. Hanf ist unter anderem eine der ältesten Nutz- und Zierpflanzen der Welt. Verwendung findet es unter anderem als Faser-, Heil- und Ölpflanze, wird aber auch zur Herstellung von Rauschmitteln genutzt.

Cannabis als Schmerzmittel bei HIV

Cannabis als Schmerzmittel bei HIV

Hanf wird auch für medizinische Zwecke eingesetzt. Cannabis als Arzneimittel zu verwenden, bedeutet den therapeutischen Einsatz des als Rauschmittel verrufenen Gewächses. Besonders in jüngster Zeit tritt die pharmakologische Wirkung von Cannabis mehr und mehr in den Vordergrund der medizinischen Forschung. Die Inhaltsstoffe Cannabinoide, darunter vor allem Δ9Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), wirken nachweislich bei Übelkeit, Erbrechen und Kachexie. Daneben scheint Hanf ein arzneiliches Potential zur Schmerztherapie aufzuweisen. Bei Depressionen und vielen Autoimmunerkrankungen wie zum Beispiel Multipler Sklerose oder Morbus Crohn kann sich Cannabis positiv auf die Erkrankung auswirken.

Das endogene Cannabinoid-Rezeporsystem wurde etwa um 1990 entdeckt. Seither folgte eine intensive Forschung nach Medikamenten, die auf Cannabis basieren. Erst 2011 wurde ein Cannanis-Extrakt arzneimittelrechtlich zugelassen.

Seit längerer Zeit wird Cannabis auch bei AIDS-Kranken und HIV-Positiven eingesetzt. Cannabis steigert den Appetit der Erkrankten und reduziert die Schmerzen. Unter anderem fördert der medizinische Einsatz von Cannabis bei AIDS- und HIV-Patienten die Entspannung und den Schlaf, daneben hemmt es die Übelkeit und das Erbrechen. Cannabis lindert den Schmerz und wirkt Angst und depressiven Zuständen entgegen.

Cannabis wirkt sich auf HIV-Infizierte vor dann positiv aus, wenn sie eine HAART-Therapie (hoch aktive anti-retrovirale Therapie) machen. Die hierbei verabreichten Medikamente gehen meist mit starker Übelkeit und Erbrechen einher. Cannabis als Hemmer für Übelkeit und Erbrechen lässt die Erkrankten diese Form der Therapie gegen HIV besser ertragen und länger aushalten.

Für AIDS- bzw. HIV-Patienten scheint Cannabis durchaus empfehlenswert zu sein. Einige HIV-Medikamente können ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer peripheren Neuropathie begünstigen. Hierbei kommt es zu einer Schädigung der Nerven, die in manchen Fällen selbst nach der Absetzung des Medikaments bestehen bleibt und somit irreversibel ist. Diese Nervenschädigung geht oft mit unangenehmen Empfindungen einher. Hierzu gehören unter anderem Kribbeln und Brennen, sowie eine gesteigerte Schmerzempfindlichkeit. Innerhalb verschiedener Studien konnte nachgewiesen werden, dass die Wirkung von Cannabinoiden, die in Cannabis enthalten sind, diese neuropathischen Schmerzen bei HIV-Patienten deutlich mindern.

2007 untersuchten Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in San Francisco die Wirkung von gerauchtem Cannabis. Hierbei erhielten rund 50 Teilnehmer fünf Tage lang entweder dreimal täglich eine Cannabis-Zigarette oder eine identische Plazebo-Zigarette (ohne den Wirkstoff THC). Das Ergebnis: Der gerauchte Cannabis verringerte die Schmerzen der Patienten um mehr als 30 Prozent. Die Plazebo-Variante wirkte sich dahingehend nicht als so wirkungsvoll aus wie Cannabis.

Trotz der positiven Wirkung, die Cannabis-haltige Medikamente bei vielen Kranken, darunter auch HIV-Positiven, erzielt, werden die Kosten für diese Medikamente bislang noch nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Dem behandelnden Arzt ist es aber gestattet einem HIV-Positiven Patienten ein Privatrezept für Cannabismedikamente auszustellen.

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