Behandlung

Das Leben mit HIV und AIDS gestaltet sich für die Betroffenen als anstrengend. Immer noch sind sie einer Stigmatisierung ausgesetzt, AIDS uns HIV zählen heute immer noch zu den Tabu-Themen. Ein wichtiger Fels in der Brandung für HIV- und AIDS-Infizierte bilden während der Behandlung die Selbsthilfegruppen (zum Beispiel PULSHIV).

Alltag

HIV bedeutet für viele Infizierte eine Ausgrenzung und Anonymisierung, so dass sie sich nicht einmal trauen, ihren nächsten Verwandten von ihrer Krankheit oder der Behandlung zu erzählen. Nicht nur Freunde oder Fremde lehnen HIV-Positive ab, auch viele Ärzte verweigern eine Behandlung aufgrund der Infektion. So ist es für viele Erkrankte sehr schwierig, einen guten Arzt zur Behandlung außerhalb der HIV-Ambulanzen zu finden. Zu diesen gesellschaftlichen Problemen des Alltags kommen bei manchen materielle Sorgen hinzu, denn die Erwerbstätigkeit ist aufgrund der Erkrankung nur noch kaum oder gar nicht möglich. Die zur Behandlung verabreichten HIV-Medikamente verursachen darüber hinaus Nebenwirkungen, welche die Betroffenen dazu zwingen, sich aus ihrem sozialen Umfeld zurückzuziehen, wodurch der Alltag nicht leichter wird.

Werden die Medikamente gut vertragen, sind jedoch auch AIDS- und HIV-Infizierte den Strapazen des Berufs- und Alltagslebens durchaus gewachsen.

Heutzutage können HIV-Positive dank einer speziellen medikamentösen Behandlung und der rechtzeitigen wie lebenslangen Einnahme sogar oft auf natürliche Weise Kinder zeugen und bekommen. Das Infektionsrisiko für diese Kinder ist daher nahezu ausgeschlossen.

Wie läuft die Therapie ab?

Das HIV-Virus verbreitet sich nach der Infektion über viele Jahre in bestimmten Zellen des menschlichen Immunsystems. Das Virus verändert den Code der Zellen, infiziert und produziert immer neue HI-Viren, die selbst viele Unterarten bilden können. Zur Behandlung werden Medikamente eingesetzt, die diese Vermehrung des Virus verhindern. Auf diese Weise gibt es mehrere Varianten, den Prozess der Vermehrung zu stoppen.

Manch eine medikamentöse Behandlung kann das Eindringen des Virus in die Zelle unterbinden. Bei einer anderen Form der Behandlung wird verhindert, dass das Virus das Kommando in der befallenen Zelle erhält. Bei der dritten Behandlungsvariante wird die infizierte Zelle daran gehindert, das Virus weiter freizusetzen.

Während der Behandlung von HIV werden immer mehrere Medikamente simultan eingesetzt, so dass sie an verschiedenen Punkten ansetzen können. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass das Virus sich nicht ungehindert vermehren kann. Diese Form der Behandlung nennt man daher Kombinationstherapie. Beachtenswert ist, dass die Medikamente ein Leben lang eingenommen werden müssen. Nur so kann ein nahezu problemloses Weiterleben garantiert werden.

Resistenz

Bei dem Vermehrungsprozess, den das HIV-Virus durchläuft, kommt es täglich zu einer neuen Virenbildung. Hierbei kann das Virus eine Art Metamorphose erfahren, worauf es sich von der ursprünglichen Form ein wenig unterscheidet. Auf diese Weise entstehen immer wieder neue Formen des HIV-Virus. Von diesen sind auch einige dazu in der Lage, sich zu vermehren und das, obwohl ein Wirkstoff eines bestimmten HIV-Medikaments im Körper vorhanden ist. Hierbei spricht man von der Resistenz des Virus gegenüber der zur Behandlung verordneten Medikamente. Aufgrund dieser Widerstandsfähigkeit kann die Behandlung nicht mehr wirken. Um dieser Resistenz entgegenzuwirken, werden immer mehrere Medikamente gleichzeitig eingesetzt. So kann ein anderes Medikament während der Behandlung einspringen, sobald ein anderes nicht mehr wirkungsvoll gegen das Virus arbeiten kann. Um diese Funktionsweise zu garantieren, müssen immer alle medikamentösen Wirkstoffe im ausreichenden Maß im Körper vorhanden sein. Daher müssen die Medikamente zur Behandlung von HIV immer regelmäßig eingenommen werden. Neue Medikamente kommen immer dann zum Einsatz, wenn eine richtige Therapie im Laufe der Zeit nicht mehr möglich ist und das HI-Virus, droht die Oberhand zu gewinnen.

Nebenwirkungen

Während der Behandlung von HIV können die eingesetzten Medikamente unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen. Am häufigsten finden sich unter diesen Übelkeit, Durchfall und Kopfschmerzen. Nicht selten treten diese Beschwerden zu Beginn der Behandlung in Form einer Kombinationstherapie auf. Die Nebenwirkungen enden oft, nachdem sich der Körper an die medikamentöse Behandlung gewöhnt hat. Mit Hilfe andere Medikamente kann den Nebenwirkungen entgegengearbeitet werden. Zu diesen zählt unter anderem Cannabis, welches bei Übelkeit, Schmerz und Appetitlosigkeit hilft. Die Kosten für das Hanfgewächs werden allerdings nicht von der Krankenkasse übernommen.

Manche Nebenwirkungen können schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen. Sie können beispielsweise einen Anstieg der Blutfettwerte bedeuten, welcher wiederum zu einem erhöhten Risiko für einen Herzinfarkt werden kann. Andere Medikamente bewirken eine Fettumverteilungsstörung. Hierbei bildet sich das Fettgewebe an bestimmten Teilen des Körpers zurück (zum Beispiel im Gesicht, an den Armen und Beinen), während das Fett an anderen Körperstellen wie zwischen den Organen im Bauchraum oder im Nacken zunimmt.

Heute lassen sich diese körperlichen Schäden oft verhindern, indem die HIV-Medikamente gewechselt werden.

Im Gegensatz zu früher kann HIV-Positiven heutzutage eine gute und risikoarme Behandlung zuteil werden, so dass sie trotz des Virus ein fast normales Leben führen können. Alles was zählt, ist die Früherkennung der Infektion, damit frühzeitig mit der Behandlung begonnen werden kann. Dank dieser Behandlungsmöglichkeiten erkranken und sterben immer weniger Menschen an AIDS.