HIV in der Dritten Welt

Vor allem in der Dritten Welt breitet sich der HI-Virus immer weiter aus und scheint einfach nicht bekämpfbar zu sein. Während in den Industrieländern wesentlich bessere Schutzmaßnahmen vorhanden sind und auch Erkrankte durch gute medizinische Versorgung nicht sofort an Aids sterben müssen, gilt die Diagnose in der Dritten Welt als Todesurteil.

Gewalt, Armut, Kultur und schlechte medizinische Versorgung sind die Hauptfaktoren

In vielen Ländern der Dritten Welt ist HIV bis heute ein Tabu-Thema. In Europa und der restlichen westlichen Welt wurden die Menschen direkt nach Entdeckung der Krankheit auf die tragischen Konsequenzen und vorbeugende Maßnahmen aufmerksam gemacht, so dass HIV relativ schnell überall bekannt war und somit von Vornherein eingedämmt werden konnte. Doch in der Dritten Welt wurde das Thema weitgehend verschwiegen, so dass die Krankheit jede Menge Zeit hatte, sich problemlos auszubreiten. Auch heute ist Aids noch kein Thema, das in den betroffenen Ländern an der Tagesordnung steht.

Ein weiteres Problem ist die Armut in der Dritten Welt. Kondome sind für die meisten Menschen nicht erschwinglich, ein Aids-Test absolut unbezahlbar. Werden diese Mittel nicht kostengünstig oder gar gratis zur Verfügung gestellt, werden

HIV breitet sich in der Dritten Welt leider schnell aus

HIV breitet sich in der Dritten Welt leider schnell aus

sie nicht in Anspruch genommen. Zudem ist der Glaube ein Problem: da die Kirche Verhütung ablehnt, glauben viele Menschen, dass sie keine Kondome verwenden dürfen.

Viele Frauen leiden unter häuslicher Gewalt oder müssen sich prostituieren, um ihren Lebensunterhalt und den der Familie finanzieren zu können. Hierbei setzen sie sich größter Gefahr aus, infiziert zu werden. Frauen, die unter gewalttätigen Männern leiden, haben ein zehnmal höheres Risiko, an HIV zu erkranken.

Die meisten Menschen in der Dritten Welt, die sich mit dem HI-Virus infiziert haben, stehen der Diagnose weitgehend gleichgültig entgegen. Da es keine medizinischen Mittel gibt, die Krankheit zu heilen oder wenigstens zu lindern, ist dies ein Todesurteil. Da die Wenigsten aber darüber Bescheid wissen möchten, sehen sie auch nicht in der Situation, andere schützen zu müssen.

Da in vielen Kulturen der Dritten Welt Polygamie üblich ist, kann sich das Virus durch viele wechselnde Geschlechtspartner wesentlich leichter und schneller verbreiten als in rein monogamen Partnerschaften. Zudem leiden etliche Menschen unter anderen nicht behandelten Geschlechtskrankheiten, die die Übertragung begünstigen.

Präventionsmaßnahmen der WHO

Die Weltgesundheitsorganisation bemüht sich seit den 1980er Jahren darum, die Bevölkerung in den Dritte Welt Ländern aufzuklären und über Präventionsmaßnahmen zu informieren. Auf diese Kampagnen wird auch zurückgeführt, dass die Problematik mittlerweile fast allen Menschen in den betroffenen Gebieten bekannt ist und die Verbreitung zumindest ein wenig eingedämmt werden konnte. Zusätzlich stellte die WHO Medikamente bereit, um das Leiden Infizierter zu verringern.