HIV und Reisen

11. Januar 2013 | Von | Kategorie: HIV und Reisen

Grundsätzlich ist das Reisen mit HIV kein Problem, solange sich der Infizierte gesundheitlich dazu in der Lage fühlt und die üblichen Einreisebestimmungen in Erfahrung gebracht hat. Für HIV-Infizierte ist die Vorbereitung einer Reise etwas umständlicher, da sie sich gut über die Hygiene- und Klimaverhältnisse, die Einreisebestimmungen sowie über die notwendigen Impfungen (und ob diese bei allen HIV-Kranken möglich sind) informieren müssen. Es müssen genügend Medikamente mitgenommen werden und auch der Rest der Reiseapotheke sollte lückenlos sein, um kein Risiko einzugehen.

In einigen Ländern gelten für Patienten mit HIV besondere Einreisebestimmungen. Meist sind kürzere Aufenthalte kein Problem, bei längeren Aufenthalten muss in einigen Ländern jedoch generell eine Aufenthaltsgenehmigung und ein negativer HIV-Test vorgelegt werden. Auf der Welt gibt es 16 Länder, die eine Einreise von HIV-Kranken grundsätzlich verweigern. Dazu gehören Länder wie Tunesien, der Irak, der Jemen, der Sudan, Singapur, die Bahamas und die Vereinigten Arabischen Emirate. In China und den USA wurden diese Einreisebestimmungen vor kurzem aufgehoben.

Grundsätzlich sollten HIV-Infizierte neben den Einreisebestimmungen bei der Wahl des Urlaubsgebiets auch darauf achten, welche Krankheiten dort kursieren. Gebiete mit einem hohen Malariarisiko sollten zum Beispiel gemieden werden, wie etwa Kenia oder Madagaskar. Es kann Schwierigkeiten geben, die nötige Menge an Medikamenten mitzuführen. Es sollten daher Schriftstücke auf Englisch und evtl. auf Französisch mitgeführt werden, in denen ein Arzt darüber Auskunft gibt, dass das Mitführen der Medikamente für den Patienten lebensnotwenig ist, damit es den Einreisebestimmungen entspricht. Beachten sollte der Infizierte auch, dass eine problemlose Lagerung der Medikamente gegeben ist, denn die Mittel sollten nicht zu warm oder zu kalt werden. Die ärztliche Versorgung vor Ort sollte notfalls gegeben sein, der Infizierte sollte sich am besten bereits vorab eine Liste mit den wichtigsten Adressen und Kontaktdaten für medizinische Notfälle zusammenstellen, nachdem er sich über alle Einreisebestimmungen informiert hat.

Um Darminfektionen wegen niedrigen Hygienestandarts selbst behandeln zu können, kann vorab beim Arzt ein Antibiotikum für den Fall einer bakteriellen Infektion geholt werden. Solche niedrigen Hygienestandarts kann man teilweise in Asien, Afrika und Süd- und Mittelamerika erwarten. Wer in die Tropen reist, sollte alles dafür tun, eventuellen Krankheitserregern aus dem Weg zu gehen. Dazu gehören das Vermeiden von Mücken- und Tierbissen sowie das Schwimmen in unreinen Gewässern und das Trinken ungekochter Flüssigkeit. Jedes Wasser und jede Nahrung sollte vorher gekocht bzw. stark erhitzt worden sein, damit eventuelle Erreger so abgetötet werden. Auch ungeschützter Verkehr sollte unbedingt unterlassen werden, sowohl mit Einheimischen als auch mit anderen Urlaubern. Um dahingehend keine Sorglosigkeit aufkommen zu lassen, empfiehlt es sich auf Drogen und übermäßigen Alkohol zu verzichten. Gerade im Urlaub kann es schnell passieren, dass sonstige Vorsicht und vorrausschauendes Handeln “über Bord” geworfen werden. Das darf natürlich gerade bei HIV nicht passieren, zunächst um andere Beteiligte nicht anzustecken und auch, um sich selbst vor übertragbaren Infektionen zu schützen.

Die Einreisebestimmungen können es Infizierten unmöglich machen, ein Land zu bereisen. Wer sich von den Einreisebestimmungen nicht davon abhalten lassen will, könnte in Versuchung kommen, die Angabe zu fälschen. Dies kann aber, je nach Einreisebestimmungen, mit hohen Strafen geahndet werden.

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