Kann ich nach einer HIV-Infektion weiter arbeiten?

19. Dezember 2012 | Von | Kategorie: HIV und Arbeit

Grundätzlich ist es für die meisten HIV-Kranken trotzdem möglich, weiter zu arbeiten. Zwei Drittel von den derzeit Betroffenen arbeiten regelmäßig und sind dabei statistisch betrachtet nicht häufiger krank als ihre Kollegen. Die Auswirkungen der Krankheit und die Nebenwirkungen der Medikamente können sich jedoch sehr unterschiedlich äußern.

Plakat: Ich habe HIV

Plakat: Ich habe HIV

In welcher Ausprägung das geschieht, ist von vielen Faktoren abhängig. Vor allem aber, wer erst relativ kurze Zeit krank ist, wird so schnell von den Auswirkungen der Krankheit nicht viel merken und ist somit in seiner Arbeitskraft auch nicht eingeschränkt. Anders ist es natürlich, wenn man zunächst eine Pause einlegen muss, nachdem man von der Infektion erfahren hat. Dass man da nicht gleich am nächsten Tag wieder arbeiten gehen kann, ist ganz normal und jeder Patient braucht Zeit, um sich mit der Diagnose abfinden zu können. Sobald man sich aber wieder einigermaßen

emotional und körperlich stabil fühlt, steht dem Arbeiten nichts im Wege. Auch ist es nicht nötig, allen Kollegen von der Krankheit zu erzählen. Der Arbeitgeber muss allerdings unterrichtet werden, spätestens wenn sich die ersten Auswirkungen der Infektion zeigen. Es ist möglich, dass einige Zeit nach der Infektion Einschränkungen auftreten, einige Patienten fühlen sich dann zu schwach, um noch regelmäßig zur Arbeit zu gehen. Eine zwischenzeitliche Lösung wäre eine Kürzung der Stundenanzahl, solange, bis das Arbeiten vollständig nicht mehr möglich ist. Die meisten HIV-Therapien können das jedoch verhindern und auch die Nebenwirkungen der Medikamente sind meist nicht so schlimm, dass sie sich nicht mit der Arbeit in Einklang bringen lassen.

Viele HIV-Infizierte haben Angst, ihre Kollegen beim Arbeiten mit der Krankheit anzustecken. Diese Angst ist jedoch weitestgehend unbegründet, da im normalen Alltagsleben eigentlich kaum Infektionsrisiko besteht. Eine Ansteckung kann nur auf dem Blutwege geschehen, das heißt, das Blut des Kranken müsste mit dem Blut des Gesunden in Berühung kommen. Solche Situationen im Alltag sind sehr selten, wobei es natürlich Jobs gibt, bei denen das Risiko höher ist. Sobald ein HIV-Infizierter selbst eine Wunde hat, sollte er mit hoher Achtsamkeit agieren und darauf achten, das Blut nicht zu verteilen.

Jeder Patient sollte selbst entscheiden, wie lange er sich seiner Arbeit widmen kann. Auch, wenn man grundsätzlich noch arbeiten kann ist es manchmal sinnvoll, eine Pause einzulegen. Man sollte sein Immunsystem nicht zu sehr fordern und regelmäßig Urlaube und Auszeiten nehmen. Auch beim Arbeiten kann und sollte man auf eine gesunde Ernährung und ausreichend frische Luft achten.

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