Naturheilkunde & AIDS

19. Dezember 2016 | Von | Kategorie: Aids, Aktuelle Entwicklungen, Ratgeber
Alternative Medizin bei AIDS - Naturheilkunde auf dem Vormarsch

Alternative Medizin bei AIDS – Naturheilkunde auf dem Vormarsch

Auch angesichts der Schwere einer HIV-Infektion ist die Naturheilkunde nicht gänzlich machtlos. Auch hier werden ständig neue Präparate entwickelt. Das Geschäft mit AIDS wird auch in der Homöopathie oder Naturheilkunde um neue Ideen bereichert. So macht derzeit ein von Forschern im Iran und Russland entwickeltes Präparat namens “IMOD” Furore. Die genaue Zusammensetzung ist nicht bekannt. Das neue Präparat gegen AIDS ist offensichtlich ein Heilkräuter-Präparat mit immunstärkender Wirkung.

Das iranische Gesundheitsministerium hat die Zulassung für den Iran bereits erteilt. Die internationalen Gesundheitsorganisationen sind allerdings weiterhin gegen naturheilkundliche Heilmethoden eingestellt – insbesondere bei so schweren Erkrankungen wie AIDS. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die Naturheilkunde nichts gegen AIDS unternehmen könnte. Das was sie leisten kann, ist jedoch sehr limitiert.

Naturheilkunde und AIDS – ein Widerspruch?

Die Behandlung von AIDS ist langwierig und kostenintensiv. Wer das AIDS-Virus im Körper hat, muss lebenslang einen hochwirksamen Cocktail von Medikamenten zu sich nehmen, um möglichst lange ohne Ausbruch des HIV-Virus zu überleben. Die Nebenwirkungen der AIDS-Medikamente sind zum Teil gravierend. In Gambia werden die AIDS-Betroffenen seit Längerem mit Heilkräutern behandelt – angeblich mit Erfolg. Die in Afrika grassierende AIDS-Epidemie hat in anderen Ländern behauptetermaßen bereits deutlich mehr Todesopfer gefordert als in Gambia. Ein gesundes Maß an Skepsis ist trotzdem angebracht. Positive Propaganda bedeutet noch lange keine empirische Relevanz oder Nachweisbarkeit. Wegen des Mangels an empirischen Belegen sind auch die homöopathischen Präparate zur AIDS-Linderung umstritten. Naturheilkunde und Homöopathie sind vor allem als Begleittherapie – zum Beispiel zur Linderung der Begleiterscheinungen einer konventionellen Therapie – sinnvoll.

Welche Mittel lindern Beschwerden einer HIV Infektion?

Vorab: Die antiretrovirale Therapie ist bei AIDS ohne Alternative. Die Naturheilkunde stellt keinen Ersatz für die konventionelle AIDS-Therapie dar. Sie kann lediglich begleitend eingesetzt werden. Früher behandelte man AIDS-Betroffene vorwiegend mit Pflanzenextrakten, die dem HIV-Virus etwas entgegensetzen sollten. Das fruchtete nicht. Heute ist man dazu übergegangen, über geeignete Nahrungsergänzungsmittel und naturheilkundliche Präparate einer HIV-assoziierten Lipoatrophie bzw. Lipodystrophie – einem Abbau des Unterhautfettgewebes – vorzubeugen. Es geht bei solchen medikamentenbedingten Folgeerscheinungen um häufig vorkommende Störungen des Fettstoffwechsels. Hier können naturheilkundliche Regulationstherapien wirksam sein. Außerdem kann die Naturheilkunde zu Beginn der AIDS-Therapien hilfreiche Dienste leisten. Später schaden solche Einflussnahmen möglicherweise.

Welche Nahrungsergänzungsmittel machen bei AIDS Sinn?

Vielfach finden Vitaminpräparate und Spurenelemente wie heute oft in Onlineshops (z.B. NutrilifeShop) bestellbar, wegen ihrer antioxidativen Wirkung Anwendung. Vor Überdosierungen wird jedoch gewarnt. Eine Selbstbehandlung ohne ärztliche Überwachung sollte bei AIDS nicht angedacht werden. Bei In-vitro-Versuchen zeigten Präparate mit Wirkstoffen wie Johanniskrautextrakt, Glycyrrhizin, Curcumin-Pulver, Prunella vulgaris, Castanospermin oder Compound Q eine direkte Wirkung auf den HIV-Virus.

Wie kann man sich ohne verschreibungspflichtige Medikamente noch versorgen?

Eine Symbioselenkung mit Mutaflor und ähnlichen Präparaten kann bei darmbedingten HIV-Begleitbeschwerden Abhilfe schaffen. Eine immunmodulierende Wirkung können Mistelpräparate entwickeln. Auch hier ist aber auf die Dosierung zu achten. Die Regulationstherapie mit potenzierten Homöopathika wird immer gut vertragen. Sie kann gewisse Begleiterscheinungen von AIDS abmildern. Wichtig ist aber ein fachkundiger und gut ausgebildeter Homöopath.

Auf welche Mittel sollte man verzichten?

Verzichten sollten AIDS-Betroffene auf nicht erforschte “Wundermittel“, auf pseudowissenschaftliche Präparate und zweifelhafte Naturpräparate. Deren Zusammensetzung ist meist weder bekannt noch von bekannten Instanzen überprüft und zugelassen. Pflanzliche Immunstimulanzien wie Echinacin können zu Beginn der HIV-Therapie sinnvoll sein, später aber kontraproduktiv auf Hochdosis-Therapien wirken. Auch Enzympräparate haben keine nachweisbare Wirkung auf HIV-Viren. Widersprüchliche Studienergebnisse liegen bezüglich der Thymus-Präparate vor. Ohne Anlass und ärztlichen Rat sollte niemand solche Mittel einsetzen.

 

 

Bildquelle: Bigstock

Stockfoto-ID: 18503261 Copyright: Sven Hoppe

Schlagworte: ,

Schreibe einen Kommentar