Übertragung

Die Übertragung der HIV-Infektion kann auf verschiedenen Wegen geschehen.

Risiken beim Sex

Die Übertragung durch Geschlechtsverkehr ist der Ansteckungsweg, der am häufigsten vorkommt. Durch Sperma, Scheidenflüssigkeit und Blut (auch Menstruationsblut) kann das Virus übertragen werden. Beim Sex zum Beispiel kann eine Ansteckung durch winzige, nicht spür- und sichtbare Wunden geschehen oder auch durch Pilze und andere sexuell übertragbare Erreger. So kann ganz leicht durch das infizierte Sperma des Mannes eine Ansteckung erfolgen. Umgekehrt kann durch die Scheidenflüssigkeit der Frau oder ihr Menstruationsblut die Ansteckung erfolgen, sofern der Mann kleine Risse in der Penishaut hat. Das Gefährliche ist, dass solche Wunden oft so klein sind, dass sie durch bloßes Betrachten nicht sichtbar sind. Statistisch ist es aber so, dass die Übertragung vom Mann auf die Frau leichter geschieht, da die Frauen eher zu kleinen Wunden neigen, die manchmal auch erst während des Geschlechtsverkehrs entstehen.

Das HIV-Virus kann auch durch Analverkehr übertragen werden. So geschieht zum Beispiel die Übertragung bei Homosexuellen hauptsächlich über diesen Weg. Die empfindliche Darmschleimhaut kann das Virus direkt aufnehmen, sobald es mit ihm in Kontakt kommt. Andersherum kann auch hier wieder eine Ansteckung durch kleine Wunden am Penis oder an der Eichel stattfinden.

Beim Oralverkehr ist das Risiko einer Übertragung des Virus ebenfalls hoch. Gelangen Körperflüssigkeiten in den Mund des Gesunden, kann durch Risse in der Mundschleimhaut die Infektion übertragen werden. Dabei reicht jedoch im Normalfall die Scheidenflüssigkeit ohne Blut nicht aus, um eine Ansteckung zu bewirken. Das Risiko sollte man trotzdem nicht bedenkenlos eingehen.

Noch höher wird das Ansteckungsrisiko, wenn zusätzlich noch andere, sexuell übertragbare Krankheiten vorhanden sind, wie etwa Tripper, Syphilis oder Herpes. Während solch einer Infektion sollte vollständig auf Sex verzichtet werden.

Risiken beim Drogengebrauch

Unter Drogensüchtigen und allen, die sich mithilfe von Spritzen bestimmte Stoffe injezieren, ist das Ansteckungsrisiko mit HIV sehr hoch. Die Übertragung kann dann geschehen, wenn bereits benutztes Besteck, also eine bereits benutzte Spritze, für die Injektion genommen wird. Über Blutreste in der Spritze, die oft mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, kann das Virus gleich mit “eingespritzt” werden. Das Virus kann in diesen Blutresten sogar mehrere Tage überleben. Auch durch gebrauchtes Zubehör wie Tupfer, Filter oder Löffel kann eine Übertragung geschehen, ganz abgesehen von dem hohen Risiko, sich mit Hepatitis zu infizieren.

Wer den Ersatzstoff Methadon einnimmt, verringert das Risiko einer Ansteckung, da der Stoff nicht injeziert, sondern oral eingenommen wird. Wer trotzdem weiterhin spritzen will, sollte Gebrauch machen von Einrichtungen wie Konsumräumen, in denen täglich sauberes Besteck und Zubehör kostenlos herausgegeben wird.

Mutter-Kind-Übertragung

Wenn eine AIDS-kranke Frau schwanger wird, kann es durchaus geschehen, dass sich das Ungeborene bereits im Mutterleib ansteckt. Möglich ist auch eine Ansteckung beim Stillen und bei der Geburt. Am häufigsten geschieht die Infektion des Kindes bei der Geburt. Die Übertragungsrate von Mutter auf Kind liegt bei etwa 20 Prozent. Wenn aber bestimmte Maßnahmen zum Schutz des Kindes vorgenommen werden, kann diese Übertragungsrate auf 2 Prozent gesenkt werden. Es können von der Mutter Medikamente eingenommen werden, welche die Viruslast im Blut der Mutter senken können. Nach der Geburt sollte die infizierte Mutter auf das Stillen verzichten und das Kind mit der Flasche aufziehen. Das Neugeborene kann dann zusätzlich einige Wochen lang vorbeugend mit antiretroviralen Medikamenten behandelt werden.

Bei der Geburt sinkt das Risiko einer Übertragung durch einen Kaiserschnitt. Hier haben die Ärzte die Blutungen besser unter Kontrolle, sowohl die des Kindes als auch die der Mutter. Wenn durch die Behandlung mit Medikamenten die Viruslast im Blut der Mutter stabil unter der Nachweisgrenze liegt, kann sogar eine natürliche Geburt vollzogen werden. Wichtig ist aber im jedem Fall, dass bei der Geburt HIV-Spezialisten anwesend sind.
Wer sich bei Schwangerschaft nicht sicher ist, ob er vielleicht mit dem HI-Virus infiziert ist, kann im Rahmen der Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchungen einen HIV-Test machen lassen.

Risikogruppen für die HIV Übertragung

Grundsätzlich kann sich jeder mit HIV infizieren. Wenn man aber um die Risikofaktoren einer Ansteckung weiß, kann eine Übertragung weitestgehend vermieden werden. Es gibt aufgrund der Übertragungswege aber Risikogruppen, die besonders achtsam sein müssen.

Zur Risikogruppe gehört jeder, der ungeschützten Geschlechtsverkehr hat und dabei häufig die Geschlechtspartner wechselt. Zwar sind natürlich lange nicht alle Menschen infiziert, doch je mehr wechselnde Geschlechtspartner man hat, desto größer wird die Chance, dass einer von ihnen mit dem Virus infiziert ist – häufig ja auch, ohne es zu merken. Bis die Krankheit ausbricht, kann es viele Jahre dauern, das heiß,t dass also auch jeder gesund wirkende Mensch durchaus infiziert sein kann und eine Übertragung möglich ist. Demnach sind natürlich auch Prostituierte Teil der Risikogruppe, sofern sie ungeschätzten Sex haben. Geschützter Sex ist grundsätzlich die sicherste Methode, denn nur Kondome können vor einer Infektion schützen.

Zur Risikogruppe gehört demnach natürlich auch jeder, der bewusst Sex mit einem HIV-Infizierten hat. Hier kann man jedoch Maßnahmen ergreifen, die eine Übertragung zumindest weitestgehend verhindern können.

Eine Übertragung ist ebenfalls wahrscheinlich, wenn Drogensüchtige gemeinsames Besteck benutzen. Niemals sollte man beim Spritzen die Utensilien anderer Personen benutzen.