Was ist bei der Medikamenteneinfuhr in andere Länder zu beachten?

2. April 2013 | Von | Kategorie: HIV und Reisen

AIDS-Kranke sind bei einer Reise ins Ausland darauf angewiesen, ihre Medikamente mitzunehmen. Im Ausland selbst ist es in vielen Ländern schwierig, die richtigen Mittel nachträglich zu besorgen, weshalb ein ausreichender Vorrat sinnvoll ist.

Vorsicht bei der Medikamenteneinfuhr in andere Länder

Vorsicht bei der Medikamenteneinfuhr in andere Länder (© Andre Bonn – Fotolia.com)

Doch nicht in alle Länder kann man ohne Weiteres unbegrenzt Medikamente einführen. Wichtig ist vor allem, eine Bescheinigung vom Hausarzt mitzuführen, in der erklärt ist dass die Medikamente für die Gesundheit des Reisenden unumgänglich sind. Sicherheitshalber sollte diese Bescheinigung auf Deutsch, Englisch und Französisch vorliegen.

Grundsätzlich gilt, dass bei Vorlage der ärztlichen Bescheinigung und einer angemessenen Menge der Medikamente die Einreise nicht verwehrt wird, solange keine anderen wichtigen Gründe vorliegen. Zu beachten ist jedoch, dass einige Länder Patienten mit HIV oder AIDS die Einreise komplett verweigern. Darüber sollte man sich vorher unbedingt informieren. Zu diesen Ländern gehören momentan unter anderem die Russische Förderation, Süd-Korea, Saudi-Arabien, Moldawien und China, viele andere Länder unterliegen ebenfalls dieser Regelung.

In den einzelnen Ländern gibt es unterschiedliche Vereinbarungen. Länder des sogenannten Schengener Abkommens, dazu gehören momentan Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Island, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn, erlauben die Einreise von bis zu 30 Tagen. Dabei muss die ärztliche Bestätigung auch von höchster Landesgesundheitsbehörde oder einer von ihr beauftragten Stelle beglaubigt werden. Die Beglaubigungen erhält man von der zuständigen Landesbehörde. Dabei muss aber für alle Medikamente eine einzelne Bescheinigung vorliegen, ebenso viele Beglaubigungen sind nötig.

Reisen in alle anderen Länder sind noch etwas komplizierter. Die Bescheinigung müssen die genauen Dosierungen, die genaue Dauer der Reise und die genauen Wirkstoffe enthalten sein. Sie sollte immer griffbereit mitgeführt werden. Es sollte sich vor Reiseantritt über die genauen nationalen Regelungen informiert werden, denn außerhalb des Schengener Abkommens gelten keine einheitlichen Gesetze. Manche Länder verlangen zusätzlich Importgenehmigungen, andere schränken die Menge der erlaubten Medikamente ein und wieder andere verbieten sie komplett. Sollten die Bedingungen ein Problem für die Reisenden darstellen, sollten sie sich erkundigen inwieweit es möglich ist, die Medikamente auch in dem Reiseland zu bekommen. Eventuell kann man so die Einfuhr der Wirkstoffe umgehen. Ist dies nicht der Fall, so kann eine Ein- und Ausreisegenehmigung bei der Bundesopiumstelle beantragt werden. Die Antragsstellung ist hierbei jedoch sehr umfangreich und kompliziert.

Betroffen von diesen Regelungen sind nur Medikamente die als Betäubungsmittel der Anlage III gelten und vom Arzt verschrieben werden können. HIV-Medikamente gehören dazu. Weniger streng sind die Einfuhrbestimmungen bei nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten.
Generell sollten HIV-Infizierte eine besondere Vorsicht an den Tag legen, wenn sie in ein anderen Land reisen. Es sollten alle nötigen Impfungen gemacht worden sein, da im Ausland schwerwiegende Infektionen mit den verschiedensten Erregern möglich sind. Viele Krankheiten gibt es in Deutschland nicht mehr, sehr wohl aber in anderen Ländern.

Schlagworte: , ,

Schreibe einen Kommentar