Welche Patientenrechte habe ich als HIV-infizierter Mensch?

13. Mai 2013 | Von | Kategorie: Recht

Jeder Patient hat bestimmte Patientenrechte, von denen er Gebrauch machen kann. Das Gleiche gilt auch für HIV-Infizierte. Zu diesen Rechten gehört, dass der Arzt keine Handlungen ohne Einverständnis des Patienten vornimmt, dass der Patient seinen Arzt jederzeit frei wählen und wechseln darf und dass der Patient die Möglichkeit hat, sich jederzeit Rat von anderen Ärzten oder anderen Fachkräften einzuholen.

Dabei ist allerdings einzugrenzen, dass sich Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse nur unter Ärzten mit Kassenzulassungen entscheiden darf. Andernfalls werden die Leistungen nicht von der Kasse übernommen und müssen selbst gezahlt werden. Bei einem Arztwechsel verpflichtet sich der behandelnde Arzt, alle Unterlagen und Untersuchungsergebnisse an den neuen Kollegen weiterzugeben.

Wenn ein Patient denkt, dass ein Arzt in der Behandlung einen Fehler gemacht hat, kann er durch seine Patientenrechte dagegen entweder über die Ärztekammer oder anwaltlich vorgehen.

Dies Patientenrechte haben HIV-Infizierte

Diese Patientenrechte haben HIV-Infizierte

Alle Patienten haben das Recht, Einsicht in ihre eigene Akte zu bekommen. Sogut wie alle Aufzeichnungen, die der Arzt über den Patienten und dessen Krankheitsverlauf gemacht hat gehören zu den Patientenrechten dazu. Auf Wunsch muss der Arzt dem Patienten auch eine Kopie der Akte anfertigen oder ihm andere, schlecht kopierbare Dokumente wie Röntgenbilder aushändigen. Es darf dafür Kopiergeld verlangt werden bzw. gefordert werden, dass die schlecht zu kopierenden Dokumente anschließend wieder zurück gegeben werden.

Vor allem, wenn Patienten Zweifel an der Richtigkeit einer Diagnose haben kann es hilfreich sein, sich eine zweite Meinung einzuholen und seine Patientenrechte einzufordern. Auch wenn man sichergehen möchte dass in der Therapie die richtigen Entscheidungen getroffen werden, zum Beispiel ob eine Operation nötig ist oder nicht, sollte man sich als Patient besser absichern. Wenn ein Patient an einem sogenannten Hausarztprogramm oder Chronikerprogramm teilnimmt, kann es dabei jedoch zu Einschränkungen kommen, da hier aufgrund von Vergünstigungen auf einige Patientenrechte verzichtet wird. Eine zweite und dritte Meinung wird von den Krankenkassen bezahlt. Bei den privaten Krankenversicherungen sind die Patientenrechte diesbezüglich unterschiedlich, zumindest wird nicht in jedem Vertrag alle bezahlt. Hier sollte man im Zweifelsfall nachfragen oder in den Vertragsbedingungen nachlesen.

Nicht selten kommt es vor, dass ein Patient das Gefühl hat, der Arzt habe in der Diagnose, bei der Therapie oder bei sonstigen Belangen einen Fehler gemacht. Laut der Patientenrechte darf er dagegen vorgehen. Zunächst empfiehlt es sich, mit dem Arzt selbst zu sprechen um Hintergründe zu klären und zu verstehen. Manchmal kann es hier sinnvoll sein, einen Freund oder Bekannten mitzunehmen, um sich eventuell von einer Vertrauensperson nochmals eine zweite Meinung zum Sachverhalt geben zu lassen. Kommt man hierbei zu keiner Einigung, kann meist eine Schlichtungsstelle der Landesärztekammer bei der Ausübung der Patientenrechte helfen. Hier sitzen Ärzte und Juristen, die sich gemäß der Patientenrechte mit dem Fall auseinander setzen und einen Lösungsvorschlag machen. HIV-Kranke können sich meist auch bei der AIDS-Hilfe beraten lassen, wenn Probleme dieser Art vorliegen. Als letztes Mittel kann eine gerichtliche Auseinandersetzung nötig sein, jedoch verursacht diese zunächst Kosten, die der Patient ohne eine Rechtsschutzversicherung erst einmal selbst tragen muss.

HIV-Kranke haben die gleichen Patientenrechte wie gesunde Menschen. Zudem sind sie gemäß ihrer Patientenrechte nicht verpflichtet, fremden Ärzten ihre Krankheit mitzuteilen, sinnvoll ist es jedoch vor allem vor Operationen einen entsprechenden Hinweis zu geben.

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