Welche Probleme stellen sich HIV-Infizierten beim Abschluss einer Versicherung?

14. März 2013 | Von | Kategorie: Recht

HIV-Infizierte haben es oftmals nicht leicht, eine Versicherung abzuschließen. Vor allem bei Krankenversicherungen gelten starke Einschränkungen, manche Versicherungen stattdessen sind problemlos machbar.

Die Krankenversicherung

AIDS Schleife

AIDS Schleife

Die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung bleibt selbstverständlich auch für HIV-Kranke bestehen. Hier wird von der Kasse vieles übernommen, beispielsweise die gängigen Medikamente und Utensilien zur Behandlung. Bei der privaten Kasse ist der Patient jedoch gezwungen, den sogenannten Basis-Tarif zu wählen. Dieser ist recht teuer, ermöglicht es aber Kranken einen recht hohen Anteil an Kosten zu übernehmen. Ist der Infizierte bereits privat versichert, muss er der Krankenkasse nicht unbedingt mitteilen, wenn im Laufe dieser Zeit ein positiven Testergebnis erhält. Einen Wegfall des Versicherungsschutzes in dieser Zeit muss der Patient nicht befürchten.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Diese Art der Absicherung kann nach einem positiven HIV-Test nicht mehr abgeschlossen werden, da den Versicherern das Risiko durch die Krankheit zu groß ist. Anders ist es wieder, wenn die Mitgliedschaft schon vorher bestand. Auch hier ist der Infizierte nicht verpflichtet, dem Unternehmen die Krankheit mitzuteilen. HIV-Infizierte können eventuell auch nach ihrer Krankheit eine sogenannte “betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung” abschließen. Hier werden oft nur Kollektivverträge gemacht, bei denen die Gesundheitsfragen vereinfacht sind und evtl. nicht das Preisgeben von HIV erfordern. Natürlich muss hierfür aber der Arbeitgeber eingeweiht sein. Seit Kurzem gibt es ein Unternehmen, dass eine Erwerbsminderungsrente anbietet, sofern eine volle Erwerbsuntätigkeit vorliegt. Hier erfüllen auch die meisten HIV-Patienten die Bedingungen.

Rentenversicherungen

Die gesetzliche Rente bezahlt jeder Arbeitnehmer, ob nun HIV-krank oder nicht. Anders ist es mit der privaten Rente, die freiwillig abgeschlossen wird. Infizierte können jedoch problemlos alle Modelle der Rentenversicherung abschließen, da bei Antragsaufnahme nicht nach einer HIV-Erkrankung gefragt wird. So können also auch Infizierte die staatlich geförderte Rürup- oder Riesterrente oder die Angebote von privaten Versicherern nutzen.

Die Lebensversicherung

Die meisten Unternehmen bieten HIV-Infizierten keine Lebensversicherung an, jedoch gibt es inzwischen vereinzelte Firmen die hier Ausnahmen bilden. Dabei ist der bisherige Krankheitsverlauf und der Gesundheitszustand des Infizierten ausschlaggebend. Es wird eine Einzelfallprüfung angesetzt, bei der genaue Untersuchungsergebnisse bezüglich der Viruslast, der Anzahl der T-Helferzellen und der Therapiedauer angefordert werden. Je nach Einzelfall kann es auch zu einer Ablehnung oder einer Laufzeitbegrenzung sowie zu Risikozuschlägen kommen. Am besten ist, wenn der Infizierte sich an mehrere Unternehmen gleichzeitg richtet und die Angebote untereinander vergleichen kann. Gute Angebote können auch als Druckmittel zu anderen Versicherungen mitgebracht werden.

Die Sterbegeldversicherung

Bei dieser Vorsorge müssen vorher keine Gesundheitsfragen beantwortet werden, weshalb auch HIV-Infizierte hier keine Probleme bekommen dürfen. Bei dieser Versicherung geht es hauptsächlich darum, dass Angerhörige nicht auf den Kosten des Verstorbenen sitzen bleiben, vor allem für die Beerdigung. Die Versicherungssumme beträgt hier zwischen 5000 und 10000 Euro. Der Versicherungsnehmer sollte hier dabei beachten, dass die Zahlungsraten hierfür nicht viel höher sind als die tatsächliche ausbezahlte Summe. Auch die Laufzeit sollte nicht zu lang sein.

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