Welche Risiken birgt Alkoholkonsum für HIV-Infizierte?

5. April 2013 | Von | Kategorie: Drogengebrauch

Alkohol ist in Deutschland längst eine Alltagsdroge, ohne die so manche Party kaum noch denkbar ist. Regelmäßiger Alkoholkonsum, vor allem in größeren Mengen ist für jeden schädlich, doch HIV-Infizierte müssen sich beim Alkoholkonsum noch mehr Gedanken machen als gesunde Menschen.

Regelmäßigen Konsum zum Wohle der Gesundheit vermeiden

Regelmäßigen Konsum zum Wohle der Gesundheit vermeiden (© Africa Studio – Fotolia.com)

Durch die HIV-Medikamente wird auf Dauer die Leber geschädigt. Wird diese dann noch regelmäßig durch Alkohol belastet, kann dies verheerende Folgen haben. Wer täglich zwei Gläser Alkohol oder mehr trinkt, kann nach den Erkenntnissen einer Studie in Amerika davon ausgehen, dass es sogar zu einem früheren Ausbruch von AIDS kommt.

Bei den alkoholkonsumierenden Testpersonen sank die Anzahl der Immunzellen wesentlich schneller ab als bei den abstinenten Testpersonen, obwohl alle die gleiche HIV-Therapie bekamen. So konnte sich das Virus wesentlich leichter im Körper ausbreiten.

Alkohol ist in kleineren Mengen nicht schädlich bzw. kann gut vom Körper abgebaut werden. Die Droge sorgt in kleineren Mengen für einen entspannten Zustand, steigert bei vielen die Kommunikationsfreude und sorgt für den Abbau von Hemmungen wie Schüchternheit und Unsicherheit. Bei Konsum in größeren Mengen kann es zu Sprach- und Koordinationsstörungen kommen, das Denk- und Reaktionsvermögen ist eingeschränkt und der Konsument neigt leichter zu aggressiven Handlungen.

Das Abschwächen der Hemmungen kann für HIV-Infizierte bzw. deren Mitmenschen gefährlich werden, denn hier ist die Chance größer, dass unbedachte Handlungen geschehen. Zwar ist das Ansteckungsrisiko im Alltag nicht hoch, jedoch kann es bei ungeschütztem Sex sehr leicht zu einer Infektion kommen. Safer Sex ist für HIV-Infizierte wichtiger als für jeden anderen, deshalb sollte dringend in jedem Zustand darauf bestanden werden.

Eine Überdosis Alkohol kann zu Übelkeit und Erbrechen, Krampfanfällen und Bewusstlosigkeit führen, hier spricht man von einer Alkoholvergiftung. Eventuell muss bei so einer Vergiftung der Magen ausgpumpt werden.

Die Langzeitfolgen von regelmäßigem Alkoholkonsum können eine Fettleber oder Leberzirrhose hervorrufen. Es können Magengeschwüre, Bluthochdruck, Schlafstörungen, Nervenschäden, Depressionen, eine reduzierte geistige Leistungsfähigkeit, Krampfanfälle, Psychosen, Demenz und das alkhoholbedingte Delirium auftreten. Zudem macht Alkohol stark psychisch und körperlich abhängig.

Zusätzlich zu den üblichen Nebenwirkungen können bei HIV-Infizierten Wechselwirkungen mit einzelnen Medikamenten auftreten. Das Medikament Videx in Kombination mit Alkohol (Didanosin) erhöht das Risiko einer lebenbedrohlichen Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), die Alkohol bewirkt bei den Medikamenten Ziagen und Kivexa (Abacavir) einen 40%-tigen Anstieg des Blutspiegels von Abacavir. Wer Alkohol in Kombination mit Sustiva oder Atripla (Evavirenz) konsumiert, erhöht das Risiko psychischer Nebenwirkungen. Das Medikament Virapune (Nevirapin) sorgt vor allem für eine stärkere Schädigung der Leber, ebenso wie alle Proteasehemmer.

Dass auch HIV-Infizierte hin und wieder Alkohol trinken möchten, ist sicherlich nicht verwerflich. Letztlich müssen die Erkrankten schon genügend Kompromisse im Leben eingehen, sodass ein vollständiger Verzicht auf Alkohol und andere Alltagsdrogen ein weiterer großer Einschnitt im Leben wäre. Trotzdem sollte jeder mit dieser Krankheit in Bezug auf Alkohol und Drogen eine besondere Vorsicht an den Tag legen. Die Substanzen sollten nie unbedacht und immer nur in Maßen konsumiert werden und auch im berauschten Zustand sollte immer auf die Verhütung geachtet werden, sollte es dann zum Gebschlechtsverkehr kommen.

Regelmäßiger Konsum sollte zum Wohle der Gesundheit vermieden werden, vor allem, da so der Ausbruch des Virus nachweislich beschleunigt wird. Das ist ein Fakt, den sicherlich kein HIV-Infizierter ignorieren will.

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