Wie gehe ich am Arbeitsplatz mit meiner HIV-Infektion um?

25. September 2013 | Von | Kategorie: HIV und Arbeit

In Deutschland sind über 70.000 Menschen mit HIV infiziert, rund zwei Drittel von ihnen hat einen ganz normalen Arbeitsplatz. Studien zufolge verschweigen die meisten ihre Erkrankung, was verschiedene Gründe hat.

Arbeiten trotz HIV-Infektion

Arbeiten trotz HIV-Infektion
(© Kurhan – Fotolia.com)

Die meisten HIV-Infizierten haben Angst, nach der Bekanntgabe ihrer Krankheit am Arbeitsplatz anders behandelt oder von ihren Kollegen zurückgewiesen zu werden. Dabei ist es für fast alle Infizierten wichtig, ihr Leben möglichst normal weiterzuführen, auch am Arbeitsplatz. Wenn dann einige Menschen beginnen, sie wie schwer Kranke zu behandeln oder sie fortan regelmäßig mit einem mitleidigen und aufmunternden Lächeln versehen, fühlt sich das meist nicht gerade wie Normalität an. Häufig sind die mitleidigen Blicke am Arbeitsplatz auch gar nicht notwendig, denn die meisten der Infizierten fühlen sich viele Jahre überhaupt nicht krank. Viele Kollegen am Arbeitsplatz wissen immer noch nicht, dass HIV inzwischen sehr gut zu behandeln ist, auch wenn es nach wie vor keine Heilmittel gegen das Virus gibt. Das HI-Virus zerstört über eine lange Zeit gewisse Zellen, die im Körper für die Immunabwehr nötig sind.

Dieser Prozess dauert selbst bei unbehandelten Patienten im Durchschnitt neun bis elf Jahre. Sogut wie alle HIV-Patienten in Deutschland erhalten aber zusätzlich eine antiretrovirale Therapie, das bedeutet sie bekommen Medikamente, die das Zerstören der Zellen deutlich verlangsamen können. Somit wird den HIV-Positiven eine wesentlich längere symptomfreie Zeit ermöglicht und es ist auch für Positve ein langes Leben möglich – auch wenn die Therapie noch zu neu ist, um genauen Aufschluss über die Verlängerung der Lebenszeit zu geben. Daraus ergibt sich, dass es keinen Grund gibt, HIV-Positive Kollegen am Arbeitsplatz schonen zu wollen oder sie anders zu behandeln. Sie selbst fühlen sich meisten ziemlich normal und können selbst am besten einschätzen, welche Arbeiten sie am Arbeitsplatz problemlos erledigen können und wo Vorsicht geboten ist.

Auch herrscht bei vielen noch die Angst vor der Ansteckung, auch wenn die meisten inzwischen wissen, dass im Alltag und am Arbeitsplatz eine Ansteckung sehr unwahrscheinlich ist. Trotzdem bleibt eine gewisste Vorsicht, die oft eine Distanzierung von dem Infizierten zur Folge hat. Darunter leiden HIV-Positive natürlich sehr. Trotzdem ist aber bei einigen Situationen Vorsicht geboten, auch wenn diese selten vorkommen. Verletzt sich zum Beispiel ein Kollege und ein HIV-Positiver möchte ihm helfen, hat aber genau in diesem Moment selbst eine blutige Verletzung an der Hand, dann kann es tatsächlich zu einer Übertragung des Virus kommen. Solche Situationen sind jedoch sehr unwahrscheinlich und sollten im tatsächlichen Fall vom Positiven vermieden werden. Ansonsten ist eine Ansteckung im normalen Alltagsleben am Arbeitsplatz fast unmöglich.

Wer seine Krankheit am Arbeitsplatz bekannt gibt, sollte am besten gleich für eine Aufklärung der Kollegen sorgen, um ein möglichst normales Arbeitsleben führen zu können. Genauere Informationen zum Thema Gesundheit finden Sie hier bei Homepharma.

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